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Wie Frauen es schaffen, die Gehaltslücke nicht zur Rentenlücke werden zu lassen

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Fidelity - Research team

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Verzichten Frauen eher als Männer auf Führungsverantwortung? Ist ihnen Familie wichtiger als Karriere, wählen sie freiwillig schlechter bezahlte Jobs? Man hört genug Gründe, warum Frauen weniger verdienen als Männer - und das auch ändern könnten. Doch liegt es wirklich in ihrer Hand, die Gender Pay Gap zu schließen? Und was heißt das für die Rente?

Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern hält sich hartnäckig. Die Folge: Frauen stehen auch im Ruhestand schlechter da. Doch sie können etwas dagegen tun.

Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Oder vereinfacht gesagt: Für das, was eine Frau in einer vollen Arbeitswoche verdient, muss ein Mann nur von Montag bis Donnerstag arbeiten.

Die Gründe sind vielfältig. Frauen arbeiten häufiger in Branchen und Berufen, in denen niedrigere Löhne gezahlt werden. Sie erreichen seltener gut bezahlte Führungspositionen. Und sie arbeiten häufiger als Männer in Teilzeit.

Ob Frauen solche Wege tatsächlich aus freien Stücken wählen oder die „typisch weibliche Karriere“ auch mit gesellschaftlichen Erwartungen zu tun hat, darüber lässt sich streiten. Immerhin haben Frauen weit häufiger die Verantwortung für die Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen.

Gleiche Jobs werden nicht gleich bezahlt
Die genannten Gründe sind strukturbedingt, das heißt sie resultieren aus den unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen, die Frauen und Männer eingehen. Solche Gründe erklären laut dem Statistischen Bundesamt rund drei Viertel der Gender Pay Gap. Die bereinigte Verdienstlücke beträgt immer noch sechs Prozent. Arbeiten Frauen mit einer gleichwertigen Qualifikation also in einer vergleichbaren Position, verdienen sie immer noch sechs Prozent weniger als Männer.1

Das Entgelttransparenzgesetz soll diesen Missstand beheben. Angestellte in Firmen mit mindestens 200 Mitarbeitern haben ein Anrecht darauf, das Gehalt eines Kollegen auf gleicher Position zu erfragen. Eine finanzielle Benachteiligung aufgrund des Geschlechts ist unzulässig. Es ist jedoch nicht einfach nachzuweisen, dass eine schlechtere Bezahlung ausschließlich auf das Geschlecht zurückzuführen ist. Und so schrumpft die Gender Pay Gap sehr langsam: seit 2006 nur um zwei Prozentpunkte.

Die Gender Pension Gap schließen
Die Verdienstlücke sorgt nicht nur dafür, dass Frauen während ihres Berufslebens weniger Einkommen genießen. Sie erhalten danach auch weniger Rente, da sie weniger Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Die Gender Pension Gap ist sogar noch größer als die Pay Gap. Frauen erhalten im Durchschnitt 26 Prozent weniger Rente als Männer.

Die gute Nachricht: Während die Gender Pay Gap vorerst nur mit einem fairen Arbeitgeber, der richtigen Jobwahl, einer Erwerbsbiografie ohne große Unterbrechungen und anderen komplexen Faktoren zu schließen ist, können Frauen die Gender Pension Gap allein und ohne große Einschnitte ausgleichen.

Das geht etwa mit einer regelmäßigen Anlage in Fonds. Sparbeträge, Renditen und der Zinseszinseffekt sorgen dafür, dass Frauen schon mit einem relativ geringen monatlichen Aufwand dafür sorgen können, dass sie im Ruhestand den gleichen Lebensstandard genießen können wie Männer. Es liegt in der Hand jeder einzelnen Frau.