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Wie die Corona-Krise die Unternehmensaussichten verändert

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Fidelity - Investment Team

Der globale Shutdown wird dieses Jahr eine kräftige Delle in den Unternehmensgewinnen hinterlassen. Das ergab eine Kurzumfrage unter 150 Analysten von Fidelity in diesem Monat. Ihre Erwartungen haben sich seit der letzten Befragung im März deutlich eingetrübt. Die Ergebnisse wecken nicht zuletzt Ängste vor einer Zahlungsklemme.

Liquiditätsengpässe werden wahrscheinlicher

Über die Hälfte der befragten Analysten glauben, dass „ihre“ Unternehmen im nächsten Jahr Zahlungsprobleme bekommen werden, sollten die Bedingungen so bleiben wie momentan. Besonders groß sind demnach die Risiken in der Industrie und im Nicht-Basiskonsumsektor, wo 53% beziehungsweise 57% der Analysten schon in etwa sechs Monaten Probleme voraussehen.

„In den zyklischen Konsumbranchen verdüstert sich die Lage mit jedem Tag, der vergeht“, bemerkt ein Aktienanalyst, der den zyklischen Konsumsektor in Europa abdeckt. „Eine kürzlich durchgeführte Konsumklima-Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK ergab, dass die Stimmung der Konsumenten in Großbritannien so schlecht ist wie zuletzt 1974.“ Ein Kollege aus der Anleihe-Abteilung ergänzt: „Die Situation in der europäischen Glücksspielbranche ist schwierig. Die meisten Firmen haben nur begrenzte oder gar keine Einnahmen und leben von ihren Reserven.”

Abbildung 1: Coronavirus-Krise bringt Unternehmen in eine prekäre Liquiditätsposition

Erwarten Sie für Ihre Unternehmen eine Liquiditätsklemme, falls die Situation noch lange so bleibt wie momentan?

Quelle: Fidelity International, April 2020.

Bessere Voraussetzungen, die Krise zu überstehen, dürften in den konjunktursensiblen Branchen die Finanz- und Technologieunternehmen haben. Nur 17% der Finanzanalysten rechnen mit Liquiditätsproblemen der von ihnen beobachteten Unternehmen. Darin spiegeln sich Verbesserungen der Kapitalstrukturen seit der Finanzkrise wider, aber eine wichtige Rolle spielt auch die Unterstützung, die der Bankensektor aktuell durch die Politik der Notenbanken erhält. Ein auf Anleihen europäischer Finanzunternehmen spezialisierter Analyst sagt dazu: „Die anfänglichen Liquiditätssorgen haben sich gelegt, nachdem Politik und Notenbanken mit umfangreichen Hilfsmaßnahmen auf den Plan getreten sind.“

Deutlicher Gewinnrückgang in diesem Jahr

Die Analysten stellen sich für 2020 auf einen durchschnittlichen Rückgang der Gewinne ihrer Unternehmen um sage und schreibe 44% ein. Dies könnte dann Realität werden, wenn die Covid-19-Pandemie die wirtschaftliche Aktivität das ganze Jahr über einschränkt. Sollte dagegen im zweiten Halbjahr eine wirtschaftliche Erholung eintreten, wird mit einem Rückgang um durchschnittlich 27% gerechnet. Viele Anleger stellen sich bereits auf heftige Gewinneinbußen ein, manche schreiben das Jahr wohl schon ganz ab und richten den Blick nach vorn auf 2021. Dennoch ist wichtig, was bei den Gewinnen 2020 unter dem Strich herauskommen wird, denn das ist dann die Ausgangsbasis für die Erholung im nächsten Jahr – und im Jahr darauf.

Abbildung 2: Inzwischen erwarten mehr Analysten als im März, dass die Disruption durch Covid-19 das ganze Jahr andauert

Erwarten Sie, dass Covid-19 in Ihrem Sektor nur im 1. Halbjahr oder im ganzen Jahr ein Problem sein wird?

Im März fand die Umfrage vom 9.-12. statt, im April vom 3.-7. des Monats. Die Abbildung basiert auf den 91% der Analysten, die erwarten, dass Covid-19 negative Auswirkungen auf die Gewinne in ihrem Sektor haben wird. Hier geht es um diejenigen, die darin ein Problem für das Gesamtjahr sehen. Quelle: Fidelity International, April 2020.

Virus wird auch zweite Jahreshälfte belasten

Alles in allem zeigen die Antworten der Analysten, dass sie mit umfassenderen und länger spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie rechnen. Fast drei Viertel der Analysten erwarten, dass der Shutdown die Gewinne für das Gesamtjahr schmälern wird – bei der Befragung im März waren es nur etwas über die Hälfte gewesen. Inzwischen rechnen 91% mit negativen Auswirkungen von Covid-19 auf die Gewinne, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vormonat (76%).

Abbildung 3: Sogar viele China-Analysten rechnen jetzt mit länger spürbaren Auswirkungen des Virus

Erwarten Sie, dass Covid-19 in Ihrem Sektor nur im 1. Halbjahr oder im ganzen Jahr ein Problem sein wird?

Im März fand die Umfrage vom 9.-12. statt, im April vom 3.-7. des Monats. Stichprobe für die Abbildung sind die 91% der Analysten, die erwarten, dass Covid-19 negative Auswirkungen auf die Gewinne in ihrem Sektor haben wird. Hier geht es um diejenigen, die darin ein Problem für das Gesamtjahr sehen. Quelle: Fidelity International, April 2020.

Auswirkungen des Virus sind auf breiterer Front spürbar als zunächst angenommen

Angesichts der schnellen Ausbreitung des Virus in den USA korrigieren die Analysten ihre Einschätzung für Branchen, die zuvor als vergleichsweise defensiv galten. So glauben mittlerweile etwa 82% der Analysten im Gesundheitssektor, dass die Pandemie negative Auswirkungen auf die Gewinne haben wird – im Vormonat waren es noch 46%. Hintergrund ist unter anderem, dass klinische Studien und planbare chirurgische Eingriffe verschoben werden. Rund ein Viertel erwarten, dass ihr Sektor in zwölf Monaten in der Rezession stecken wird.

Ein Aktienanalyst für den Gesundheitssektor in der asiatisch-pazifischen Region äußert sich so: „Vor etwa einem Monat war die Einschätzung in unserem Sektor noch, Covid-19 würde auf China begrenzt bleiben. Betroffen waren demnach Unternehmen, die in China tätig sind oder die Risiken durch nach China reichende Lieferketten ausgesetzt waren. Das Übergreifen der Pandemie auf die USA als Land mit dem größten Gesundheitsmarkt der Welt hat die Lage jedoch völlig verändert, da die meisten Unternehmen des Sektors einen wesentlichen Teil ihrer Gewinne in den USA erwirtschaften.“

Abbildung 4: Negative Effekte des Coronavirus sind jetzt auf breiterer Front spürbar als im vergangenen Monat

Welche Auswirkungen wird Covid-19 Ihrer Ansicht nach auf die Gewinne in Ihrem Sektor haben?

Im März fand die Umfrage vom 9.-12. statt, im April vom 3.-7. des Monats. Quelle: Fidelity International, April 2020.

In einigen Bereichen ist das Bild hingegen freundlicher. Zu nennen ist insbesondere der Basiskonsumsektor – hier erwarten 37% der Analysten einen positiven Effekt des Covid-19-Lockdowns auf die Gewinne. „Den Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels geht es so gut wie nie zuvor“, bemerkt ein Analyst für die Branche in Europa. „Nicht nur Hamsterkäufe, die ja ein vorübergehendes Phänomen sind, lassen die Kassen klingeln, sondern auch die Nachfrage all jener, die jetzt im Homeoffice arbeiten und sich zu Hause verpflegen müssen. Hinzu kommt der Bedarf für Kinder und Jugendliche, die nicht mehr in der Schulkantine essen.“

Neustart des Konjunkturzyklus im nächsten Jahr erwartet

Eine Erholung von dem beispiellosen wirtschaftlichen Stillstand dürfte es so bald nicht geben. Viele Analysten erwarten jedoch innerhalb eines Jahres erste Zeichen der Belebung. Von den befragten Analysten gehen 40% davon aus, dass sich ihre Sektoren in 12 Monaten in der Anfangsphase einer Erholung befinden werden, nur 16% rechnen mit einer Rezession.

Abbildung 5: Neustart des Konjunkturzyklus im nächsten Jahr

In welcher Phase des Konjunkturzyklus wird sich Ihr Sektor in 12 Monaten befinden?

Im Dezember fand die Umfrage vom 2.-13. statt, im April vom 3.-7. des Monats. Quelle: Fidelity International, April 2020.

Verlorene Nachfrage trifft Branchen in ganz unterschiedlichem Maß

Nicht zu erwarten ist allerdings eine synchrone weltweite Erholung. Aus Sicht unserer Analysten wird die Wirtschaft in verschiedenen Teilen der Welt zu unterschiedlichen Zeitpunkten wieder auf die Beine kommen. Ob die entgangene Nachfrage nur aufgeschoben ist oder ob sie ganz ausfällt, hängt stark vom einzelnen Sektor ab.

„Die meisten Autokonzerne verfügen über Liquiditätsreserven und haben auch Kreditfazilitäten genutzt“, erklärt ein Aktienanalyst für die europäische Autobranche. „Die große Frage bleibt in Europa und den USA, wie die Gesellschaft in den Monaten nach einem Ende des Lockdowns aussehen wird. In China, dem wichtigsten Automarkt der Welt, beginnt dagegen gerade eine wirtschaftliche Erholung.“ Fast die Hälfte der China-Analysten melden aus ihren Sektoren positive Frühindikatoren, während die Indikatoren in anderen Regionen noch überwiegend negativ sind.

Abbildung 6: Einige Branchen werden von einer aufgeschobenen Nachfrage stärker profitieren als andere, wenn die Krise vorbei ist

Wird die durch Covid-19 ausgefallene Nachfrage nur aufgeschoben oder wird sie nie nachgeholt?

Stichprobe für die Abbildung sind die 91% der Analysten, die davon ausgehen, dass Covid-19 negative Auswirkungen auf die Gewinne in ihrem Sektor haben wird. Quelle: Fidelity International, April 2020.

Zeitraum der Umfrage war der 3.-7. April. In den Ergebnissen wurden 191 Antworten von 150 Analysten aus allen Teilen der Welt berücksichtigt (Analysten, die mehrere Sektoren oder Regionen abdecken, konnten mehr als einmal antworten).

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ED20-117/MK11011