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Sparen oder investieren?

Lutz Rodenberg

Lutz Rodenberg - Marketing

Soll ich sparen oder investieren?

Sparen ist in der Krise eigentlich eine naheliegende Tugend, aber der Preis ist angesichts der Niedrigst-Zinsen hoch . Denn wenn überhaupt etwas dabei rumkommt, dann liegen die Zinsen deutlich unter der laufenden Geldentwertung: Die Inflation lag im Mai bei 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – Zinsen in der Höhe gibt es aber kaum. Was also tun? Ist das Investieren am Kapitalmarkt vielleicht doch die bessere Strategie?

Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen Sparen und Investieren?

Sowohl beim Sparen als auch beim Investieren legen Sie Geld zurück. Sparen bedeutet dabei in der Regel, dass Sie einer Bank das Geld leihen und dafür Zinsen kassieren. Das Problem: Weil die Banken derzeit für das Geld selbst keine Zinsen bekommen, im Gegenteil sogar noch Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie es etwa an den Staat weiterverleihen, gehen Sie als Sparer auch so gut wie leer aus. Das eingezahlte Geld kommt zwar nahezu sicher zurück. Viel mehr aber auch nicht. Zinsen ohne Risiko gibt es momentan nicht mehr. Das zeigt ein Blick auf die nüchternen Daten: Die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen hierzulande sind in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken. Lagen sie 2015 immerhin noch bei 0,5 Prozent, gibt es aktuell kaum mehr als 0,1 Prozent fürs Tagesgeld. Statistiken der Bundesbank zeigen, dass der Zinssatz für das Neugeschäft mit täglich kündbaren Spareinlagen seit zwei Jahren sogar bei 0,0 Prozent liegt.

Das reicht bei Weitem nicht aus, um die Inflation auszugleichen. Anders gesagt: Das Geld ist zwar sicher – aber die Ersparnisse verlieren im Lauf der Zeit an Kaufkraft, also Wert.

Wer investiert, trägt sein Geld hingegen an die Kapitalmärkte, zum Beispiel mithilfe von Fonds. Sie geben Ihr Geld also nicht der Bank, sondern stellen es Unternehmen oder Staaten zur Verfügung – entweder als Darlehen, oder indem Sie sich daran beteiligen. Dabei liegen die Renditen – also der Ertrag, den Ihr investiertes Geld während des Anlagezeitraums erwirtschaftet – meist deutlich höher als beim Sparen. Aktien werfen im langfristigen Durchschnitt beispielsweise eine Rendite von acht Prozent pro Jahr ab – nach Kosten und Steuern bleiben davon konservativ geschätzt fünf Prozent Ertrag übrig, Jahr für Jahr. Aus 10.000 Euro können so inklusive Zinseszinsen innerhalb von zehn Jahren 16.288,95 Euro werden. Wer dagegen Tagesgeld zu den aktuellen 0,1 Prozent Zinsen parkt, hat zehn Jahre danach bloß 10.100,45 Euro auf dem Konto. Selbst wenn Sie fleißig alle paar Monate den Tagesgeld-Anbieter wechseln und so dank Neukunden-Boni und anderer Optimierungstricks 0,5 Prozent Zinsen einstreichen, kommen Sie unterm Strich als Sparer in zehn Jahren nur auf 10.511,40 Euro.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Höhere Ertragschancen sind nämlich mit dem höheren Risiko von Verlusten verbunden. Die Rendite am Kapitalmarkt ist genau genommen nichts anderes als der Lohn, den Investoren bekommen, weil sie sich trauen, Risiken einzugehen. Hier liegt die Krux von uns Menschen. Wir alle haben Angst vor Verlusten und lieben den Status quo. Psychologen sprechen von der Verlustaversion und dem Status-quo-Bias, der uns daran hindert, zu viel zu verändern. Wir geben uns lieber mit weniger zufrieden, als die Chance einer Verbesserung unserer Situation zu ergreifen. So verwundert es nicht, dass ein großer Teil der Deutschen Geld noch immer lieber spart, als es zu investieren.

Wann spart man besser? Und wann investiert man? 

Soll man nun also in jedem Fall besser investieren – oder doch sparen? Die Antwort lautet: beides. So sollte ein Notgroschen an Rücklagen unabhängig von Schwankungen an Börsen immer griffbereit sein, sei es für größere Reparaturen, unerwartet hohe Rechnungen oder – wie gerade für viele zur unschönen Realität geworden – wenn etwa wegen Kurzarbeit weniger Gehalt aufs Konto fließt. Zur Orientierung ist eine Faustregel hilfreich: Zwei bis drei Nettogehälter sollten nach allgemeinem Dafürhalten im Notfall kurzfristig zur Verfügung stehen. 

Darüber hinaus verfügbares Geld sollten Sie dann besser investieren. Dabei bieten sich Fonds als Anlagevehikel an, weil Sie damit auch kleine Beträge breit streuen können und so Risiken systematisch senken. Dabei stehen grundsätzlich zwei Arten von Produkten zur Auswahl: einerseits aktiv gemanagte Fonds, deren Manager versuchen, die besten Aktien zu finden und damit den Markt zu schlagen. Andererseits ETFs (Exchange Traded Funds), also passive Fonds, die einen Index und damit genau den besagten Markt abbilden. Beide haben ihren Wert – welche sich lohnen, richtet sich nach den Anlagezielen, dem Preis und der Güte der Produkte.

In Fonds investieren und marktübliche Renditen erzielen

Wer in Fonds investiert, hat in jedem Fall mehrere Vorteile gegenüber dem Kauf einzelner Aktien oder auch Anleihen. Das eingesetzte Kapital lässt sich einfach und ohne große Vorkenntnisse in unterschiedliche Branchen, Länder und Unternehmen investieren. So verteilt sich das Risiko, denn das eingesetzte Kapital liegt nie in einem einzelnen Investment. Außerdem können Sie in Fonds regelmäßig investieren, sodass kein großes Startkapital vorhanden sein muss. Schon ab monatlich 25 Euro kann man beispielsweise über einen Sparplan nach und nach ein kleines Vermögen aufbauen.

Wie findet man den richtigen Fonds?

Dazu sollten Sie zunächst einige Vorüberlegungen anstellen:  

Erstens: Beurteilen Sie die Lage. 

Es ist wichtig, sich einen Überblick über Ihre finanzielle Situation und das verfügbare Kapital zu verschaffen. Wie hoch und wie sicher ist Ihr Nettoeinkommen? Wie viele Rücklagen haben Sie bereits, und wo sind Sie investiert? Wollen Sie diese Investments beibehalten oder stehen sie zur Disposition?

Zweitens: Stellen Sie fest, wie gut Ihre Nerven sind. 

Jetzt sollten Sie sich noch überlegen, für wie lange Sie Ihr Geld anlegen können und wollen. Noch wichtiger: Wie hoch können eigentlich zwischenzeitige Kursverluste sein, ohne dass Sie schlaflose Nächte haben? Aktienmärkte können durchaus auch mal um 20 Prozent schwanken, in Krisenzeiten vorübergehend sogar deutlich stärker einbrechen. Da muss man als Investor durch, kann nach dem Sturm aber oft von umso stärker steigenden Kursen profitieren. Was den Anlagezeitraum angeht: Fünf Jahre oder mehr sollten Sie das investierte Geld schon arbeiten lassen. Denn die Zeit ist ein wichtiger Verbündeter: Je länger Sie investieren, desto größer ist die Chance, vom langfristigen, aber eben auch wellenförmigen Aufwärtstrend der Märkte zu profitieren.

Drittens: (Jetzt aber) die passenden Fonds auswählen. 

Diese Wahl fällt deutlich leichter, wenn Sie die vorherigen Punkte beherzigen. Je stärker Ihre Nerven sind und je mehr Zeit Sie haben, desto mehr Aktienfonds können Sie in Ihr Portfolio packen. Der Wert von Aktienfonds schwankt in der Regel stärker als der von Rentenfonds, dafür sind die Rendite-Chancen auch viel höher. Bei Aktien ist die Auswahl besonders groß. Dort können Sie mit Fonds gezielt in bestimmte Branchen, Trends, Länder und Regionen investieren.

Ein Tipp: Unsere Experten geben regelmäßige Einschätzungen und sogar mit der Select 50 Liste ein paar Ideen für Fonds mit. Hilfe bei Fragen bietet Ihnen übrigens auch unser Kundenservice.

Und nun: Viel Erfolg beim Sparen. Und viel Spaß beim Investieren!