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Abwehrkräfte fürs Portfolio

Andrew McCaffery

Andrew McCaffery - Global CIO, Asset Management

Mit einer guten Diversifikation* im Portfolio wollen Anleger ihre Risiken reduzieren: Wenn sich eine Anlageklasse schlecht entwickelt, sollen andere ein Gegengewicht bilden. Doch in der Coronakrise stieg die Korrelation zwischen verschiedenen Anlageklassen. Viele Kurskurven verliefen parallel. Das ist bei Panik am Markt nicht ungewöhnlich, da Anleger unter Druck Entscheidungen treffen. Dennoch wurden viele überrascht, als ein vermeintlich gut gestreutes Portfolio nicht den erwarteten Schutz bot. 

„Die Diversifizierung* soll dafür sorgen, dass ein Portfolio Elemente enthält, die zu Risikopapieren wie Aktien eine geringe oder negative Korrelation aufweisen“, sagt Henk-Jan Rikkerink, Head of Solutions and Multi Asset bei Fidelity. Die traditionelle Mischung aus Anleihen und Aktien, mit der viele Anleger ihr Portfolio auf Turbulenzen vorbereiten, könnte in Zukunft diesen Zweck nicht mehr erfüllen. Je nach Anlageziel kann es daher künftig sinnvoll sein, weitere Anlageklassen beizumischen und die großen Bereiche Anleihen und Aktien differenzierter zu betrachten.

Die Korrelation in der Krise

Wer hochwertige Staatsanleihen hielt, konnte während der Coronakrise die Kursverluste am Aktienmarkt und in anderen Bereichen des Anleihemarkts zum Teil ausgleichen, doch nicht so gut wie erwartet. Der Grund: Vor der Krise waren die Anleihen extrem hoch bewertet. Auch Immobilien sind von dieser Krise sehr stark betroffen, da viele Unternehmen aufgrund der Stilllegung der Wirtschaft Schwierigkeiten haben, ihre Miete zu zahlen.  

Wenn sich die Märkte erholen, werden die Korrelationen in der Regel wieder schwächer. Traditionell zur Diversifizierung genutzte Papiere wie Staatsanleihen können weiter dazu beitragen, bieten allerdings so niedrige Renditen wie nie und können Risiken wahrscheinlich nicht mehr so effektiv reduzieren wie zuvor. Senkt die US-Notenbank ihren Leitzins unter null, würden sich die Zusammenhänge wieder verändern, und darüber hinaus Probleme am Geldmarkt und im Finanzsystem insgesamt verursachen.  

Diversifizierung muss detaillierter werden

Künftig werden andere Anlageklassen und Marktsegmente eine größere Rolle bei der Streuung von Portfolios spielen. Welche das sind, hängt von Anlagezielen, dem Zeithorizont und dem Risiko-Rendite-Profil der Papiere ab. 

Laut traditionellen Risikomaßen bieten Aktien und High-Yield-Anleihen höhere Renditen als Staatsanleihen, das jedoch bei einem höheren Verlustrisiko. Alternative Anlagen wie Immobilien, Private Equity und Rohstoffe warten mit der Chance auf noch höhere Renditen auf, sind jedoch oft weniger liquide. Die Spanne der möglichen Anlageresultate ist größer und der Zugang schwieriger. 

Seit der Coronakrise müssen die Risiken einzelner Anlageklassen womöglich differenzierter betrachtet werden. Länder, Branchen, Unternehmen und Devisen werden je nach Erholungsverlauf und Verschuldungsgrad unterschiedliche Risiken und Vorteile bieten. „Es ist sinnvoll, in diesem Umfeld eine größere Palette an Risikoüberlegungen anzustellen“, sagt Andrew McCaffery, Global Chief Investment Officer. „Wir müssen uns mehr denn je fragen, welchen Risikofaktoren Portfolios wirklich ausgesetzt sind.“

Welche Risiken künftig an Bedeutung gewinnen

Risiken entstehen derzeit zum Beispiel dort, wo sich Anleger drängen. Angesichts der niedrigen Zinsen steigt die Versuchung, dem Wachstum hinterherzulaufen. Gerade in amerikanischen Technologiewerten konzentrieren sich große Mengen an Kapital. Kommt es hier zu Problemen, würde das vielen Arten von Papieren schaden. Die Unterstützung durch Zentralbanken könnte Anleger zudem früh in Sektoren zurücklocken, wo noch hohe Bonitätsrisiken bestehen. 

In einem Umfeld, das von zwei gegensätzlichen Kräften bestimmt wird, ist eine breite Streuung immens wichtig. Einerseits scheinen die Stabilisierungsmaßnahmen von Zentralbanken und Regierungen einen erheblichen Einfluss zu haben. Die Bewertungen könnten dadurch merklich steigen. Andererseits sind die wirtschaftlichen Schäden durch die Krise erheblich, die Schuldenlast steigt und die Zuversicht ist im Keller. All das wird die Unternehmensgewinne belasten. Zudem wächst die politische Anspannung zwischen den USA und China.

Positionierung für die nächste Phase

Anleger, die zum Verlauf der Erholung optimistisch sind, könnten auf kurze Sicht Chancen im Energiesektor finden, wo die Nachfrage derzeit auf extrem niedrigem Niveau ist und das Angebot tendenziell sinken könnte. Außerdem bietet der Konsumgütermarkt in China Chancen für Anleger, wenn sich die dortige Wirtschaft tatsächlich als erste erholt. 

Für defensivere Anleger gibt es verschiedene Möglichkeiten, um Renditen und Kapital zu schützen. Bleiben die Realzinsen negativ, könnte Gold ein nützliches Mittel zur Diversifizierung werden. Devisen wie der Yen könnten ein Gegengewicht zu den Risiken der Aktien- und Anleihemärkte bilden.

„Es könnte uns eine Phase bevorstehen, da man sich Renditen härter erarbeiten muss. Für Anleger, die die geringe Liquidität in Kauf nehmen können, könnten alternative Investments künftig eine größere Rolle spielen, um ein ausgewogenes Portfolio zu erreichen“, sagt Rikkerink. 

Besserer Zugang zu alternativen Investments durch neue Technologien 

Aus regulatorischen und strukturellen Gründen ist der Zugang zu alternativen Anlagen für Privatanleger oft erschwert. Das könnte sich ändern, wenn es etwa Blockchain-Technologien Kleinanlegern einfacher machen, sich an solchen Produkten zu beteiligen. 

Auch wenn sich die Märkte etwas beruhigt haben - eine erneute volatile Phase ist nicht auszuschließen, denn so manche Märkte sind über das Ziel der Gewinnprognosen für 2020/2021 schon hinausgeschossen. Umso wichtiger ist es jetzt sicherzustellen, dass Portfolios tatsächlich gut diversifiziert sind. 

*Diversifikation oder Diversifizierung: Dieser Finanzbegriff bezeichnet die breite Streuung eines Portfolios über verschiedene Anlageklassen hinweg.

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