Kontakt MyFidelity Logout
Skip Header

Braucht mein Baby wirklich schon einen Sparplan?

Andreas Telschow

Andreas Telschow - Leiter Premiumkunden

-

Erinnern Sie sich noch an die Werbung, in der ein frisch gebackener Vater sein neugeborenes Kind im Arm hält und sich freut, dass seine Altersvorsorge jetzt gesichert ist? Das Baby zeigt ihm glucksend einen Vogel. Der strahlende Papa irrt sogar doppelt: Es sind die Eltern, die möglichst frühzeitig für das Kind sparen sollten.

Kleidung, Kurse (Pekip ist nur der Anfang), Kinderwagen: Dass bei einem Kind auch Kosten auf die Eltern zukommen, ist klar. Was die meisten unterschätzen ist, wie hoch diese tatsächlich sind. Das Statistische Bundesamt hat nachgerechnet: Damit der Nachwuchs bekommt, was er in unserer modernen Welt braucht, geben Eltern bis zur Volljährigkeit im Schnitt 143.000 Euro aus. Das ist ein Anstieg von 13 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Nach dem 18. Geburtstag kommen mehrere zehntausende Euro hinzu, um das Kind dabei zu unterstützten, auf eigenen Beinen zu stehen: Führerschein, erste Wohnung, Studium.

Mit dem Alter steigen auch die Ausgaben. Freut sich der Nachwuchs mit drei Jahren fast noch mehr über das knisternde Geschenkpapier als über den Inhalt, wollen im Alter von sechs Jahren die ersten schon ein Handy. Rund 6 Prozent der 6- bis 7-jährigen Kinder in Deutschland besitzen nach einer Erhebung des Datenlieferanten Statista bereits ein eigenes Smartphone. In der Altersgruppe der 8- bis 9-Jährigen sind es 33 Prozent, bei den 12- bis 13-Jährigen 95 Prozent. Ein Einsteigervertrag bei einem großen Mobilfunkanbieter kostet aktuell 25 Euro im Monat - hinzu kommen 370 Euro für eines der kostengünstigeren Smartphone-Modelle.

Auf das Ziel kommt es an
Welche Summe monatlich angespart wird, hängt vom Ziel ab. Wollen Eltern ihrem Kind ein Fahrrad finanzieren oder leben sie auf dem Land und das Kind braucht während der Ausbildung ein Auto, um in die Stadt zu pendeln? Nochmal andere finanzielle Dimensionen hat ein Studium im Ausland. Um in den USA seinen Master zu machen, müssen je nach Universität laut der Internetseite „Universities in the USA & Canada“ Studiengebühren von jährlich 20.500 bis 70.000 Euro gezahlt werden.

Möchte das Kind schon während der Schulzeit einige Monate im Ausland verbringen, um etwa besser Englisch zu sprechen, liegen die Kosten für einen Schüleraustausch laut dem Informations-Netzwerk „Auslandjahr.org“ zwischen 5.000 Euro und 30.000 Euro. Schulgebühren, Flug, Aufwandpauschale für die Gasteltern - all das will bezahlt werden.

Mit einem monatlichen Sparplan liegt man richtig
Die Antwort auf die Frage, ob man für Kinder einen eigenen Sparplan braucht, lautet also: Ja, ganz bestimmt. Für Eltern lohnt es sich, frühzeitig für die vielen kleinen und großen Kosten der Kinder Geld beiseite zu legen. Auch mit kleinen Beträgen wie 25 Euro monatlich sind Fondssparpläne zu haben. Wenn in einem Monat mehr übrigbleibt, kann aufgestockt werden. Dabei gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten: Vom Aktienfonds mit größeren Chancen, aber auch Risiken, bis hin zum Zielfonds mit Kapitalgarantie

So machen es die Amerikaner
Noch ein Tipp am Ende: Bei festlichen Anlässen verschenken Großeltern sowie Onkel und Tanten den Kleinen gerne Geld. Diese Geldgeschenke können angelegt werden, ohne dass man das finanziell spürt. Oder die liebe Verwandtschaft macht es wie in den USA und verschenkt gleich die erste Aktie oder einen Fondsanteil zur Taufe. So lernen die kleinen US-Amerikaner gleich von Anfang an, was Geldanlage bedeutet. Ein guter Start.

Quellen