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26 Prozent weniger Rente als Männer: Studie zeigt auf, wie die Rentenlücke entsteht und wie Frauen vorsorgen können

Fidelity

Fidelity - Research team

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Egal ob in Politik oder Gesellschaft: in Sachen Gleichberechtigung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges getan, sei es das Gesetz zur Gleichberechtigung am Arbeitsplatz, die Förderung von Frauen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Frauenquote in börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen. Am Ziel sind wir allerdings noch lange nicht: Um eine vollständige Gleichstellung in unserer Gesellschaft zu erreichen, muss noch immer viel getan werden.

Das gilt insbesondere für das Thema Job und Finanzen. Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. Das macht sich nicht nur gegenwärtig in der Brieftasche bemerkbar, sondern auch zukünftig.

Rentenschere: Finanziell beschnitten

Denn bei der Rente setzt sich diese Entwicklung fort: So zeigt die von Fidelity International in Auftrag gegebene Studie „The Gender Pension Gap in Germany“, dass Frauen im Vergleich zu Männern im Schnitt 26 Prozent weniger gesetzliche Rente erhalten. Besonders auffällig: Die „Rentenschere“ zwischen Männern und Frauen geht erst ab einem Alter von 35 Jahren auf. Ein Grund dafür ist, dass viele Menschen in ihren Dreißigern eine Familie gründen. Frauen unterbrechen ihre Karriere dabei häufiger als Männer: Nach der Geburt eines Kindes verantworten sie meist einen Großteil der Erziehung, bleiben zu Hause oder kehren in Teilzeit in den Beruf zurück, häufig auch, weil Betreuungsmöglichkeiten fehlen. Und die fehlen nicht nur bei den Jüngsten unserer Gesellschaft, sondern auch bei den Alten und Hilfsbedürftigen. Viele Frauen übernehmen auch die Pflege ihrer Angehörigen im Alter – und das meistens zu einem Zeitpunkt, an dem sie in ihre Altersvorsorge investieren sollten.

Unterm Strich organisieren Frauen in unserer Gesellschaft einen Großteil des sozialen Lebens. Diese „Selbstverständlichkeiten“ werden jedoch finanziell kaum honoriert. Die Reduzierung der Arbeitszeit geht oft mit Einschnitten beim Gehalt einher, was sich wiederum negativ auf den Rentenanspruch auswirkt. So fehlen Frauen durchschnittlich 25.000 Euro, wenn sie nach dem Renteneintritt mit 67 Jahren noch 15 Jahre Rente beziehen.1

Selbst ist die Frau

Wer früh vorsorgt, kann die finanzielle Lücke schließen. Eine gute Möglichkeit zur Altersvorsorge bieten Investments am Kapitalmarkt, die bei langfristiger Anlage höhere Renditenchancen als Spar- oder Tagesgeldkonten bieten. Sie können sich – im wahrsten Sinne des Wortes – auszahlen. Geht man von einer jährlichen Rendite von 3 Prozent für einen ausgewogenen Mischfonds und 5 Prozent für einen globalen Aktienfonds aus, ergibt sich folgende Beispielrechnung: Eine 35-jährige Frau müsste bis zum Renteneintritt von 67 Jahren und einer erwarteten Rendite von 3 Prozent pro Jahr 64 Euro monatlich sparen, um die geschlechtsspezifische Rentenlücke von 25.000 Euro zu schließen. Bei einer jährlichen Rendite von fünf Prozent wären es sogar nur 45 Euro. Das sind 2,4 beziehungsweise 1,7 Prozent des durchschnittlichen Jahresgehalts – ein überschaubarer Betrag.2

Mut zur Anlage

Investieren ist einfacher, als frau denkt: Fondssparpläne beispielsweise sind bereits ab kleinen Sparbeträgen von 25 Euro pro Monat möglich. Wer über einen langfristigen Horizont anlegt, reduziert außerdem die Gefahr von Verlusten, da zeitweilige Schwächephasen an der Börse ausgeglichen werden können. Dem Deutschen Aktieninstitut zufolge gab es in den vergangenen 50 Jahren keinen Elf-Jahres-Zeitraum mit negativer Rendite.3 Wer also früh und langfristig Geld beiseitelegt, kann schon mit kleinen monatlichen Sparbeträgen seinen Lebensstandard im Alter sichern.

Vor allem für Frauen ist es wichtig, dass sie sich frühzeitig mit dem Thema Vorsorge auseinandersetzen und sich im Familien- und Freundeskreis dazu austauschen. Auf diese Weise können sich Frauen selbstbewusst um ihre Vorsorge kümmern und ihre finanzielle Unabhängigkeit in allen Lebensphasen sichern. Hilfe dabei versprechen auch Angebote von Vermögensverwaltern, die die Geldanlage erleichtern. Wie zum Beispiel eine digitale Vermögensverwaltung mit Zugang zu einem weltweiten Expertennetzwerk, die bei der Suche nach der richtigen Geldanlage auch noch Zeit sparen kann.

1 Niessen-Ruenzi/Schneider (2019): The Gender Pension Gap in Germany
2 Niessen-Ruenzi/Schneider (2019): The Gender Pension Gap in Germany
3 Deutsches Aktieninstitut (2018): https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/renditedreieck/181231%20DAX-Rendite-Dreieck%2050%20Jahre%20Web.pdf